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Fällt das Bleiberecht der Rezession zum Opfer?

Presseerklärung

29. Dezember 2008

Unsicher ins Neue Jahr
Fällt das Bleiberecht der Rezession zum Opfer?
PRO ASYL fordert ein Ende der Hängepartie um das Bleiberecht.

Zehntausenden von Menschen, die aufgrund eines langjährigen Aufenthalts in Deutschland ein Aufenthaltsrecht im Rahmen der sogenannten Bleiberechtsregelung erhalten haben, droht im Jahr 2009 ein böses Erwachen. Ein Großteil derer, die zunächst von der Bleiberechtsregelung profitiert haben, hat die Aufenthaltserlaubnis nur auf Probe erhalten. Sie werden im nächsten Jahr nachweisen müssen, dass sie ihren Lebensunterhalt weitgehend aus eigener Kraft sicherstellen. Viele unter ihnen werden das nicht schaffen können, insbesondere wenn die wirtschaftliche Rezession voll auf prekäre Arbeitsverhältnisse durchschlägt.

Deshalb fordert PRO ASYL jetzt, dass die Bleiberechtsregelung im Bezug auf die Lebensunterhaltssicherung entschärft wird. PRO ASYL-Geschäftsführer Günter Burkhardt: „Nötig ist jetzt ein Schlussstrich, keine Fortsetzung der Hängepartie ums Bleiberecht!“ Bei Verabschiedung der beiden Teilbleiberechtsregelungen (eine durch die Innenministerkonferenz, eine andere in Form einer bundesgesetzlichen Regelung) war nicht absehbar, dass der Zeitpunkt, zu dem die Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis auf Probe den gesicherten Lebensunterhalt nachweisen müssen, mit der größten Wirtschaftskrise seit vielen Jahrzehnten zusammentreffen würde.

Ende September hatten mehr als 23.300 Menschen ihr Aufenthaltsrecht nach der Bleiberechtsregelung lediglich auf Probe. Das entspricht 44 Prozent der insgesamt (nach beiden Bleiberechtsregelungen) erteilten Aufenthaltserlaubnisse. Nachdem Vielen der Betroffenen der Arbeitsmarktzugang jahrelang versperrt war, finden sie oft nur in prekären Beschäftigungsverhältnissen zu Niedriglohnbedingungen Arbeit. Die sich verschärfende Rezession reduziert ihre Möglichkeit, schnell von Sozialleistungen unabhängig zu werden.

Auch die regional unterschiedliche Lage auf dem Arbeitsmarkt führt zu Ungerechtigkeiten. So haben in den südlichen Bundesländern mit geringerer Arbeitslosenquote etwa 30 Prozent der Bleibeberechtigten die Aufenthaltserlaubnis lediglich auf Probe erhalten. In Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit sind es dagegen zum Teil über 70 Prozent. Wer sein Bleiberecht z.B. in Bayern erhielt, hat eine wesentlich größere Chance, dass daraus ein dauerhaft gesichertes Aufenthaltsrecht wird als ein Betroffener aus Sachsen-Anhalt – bei sonst gleichen Voraussetzungen und gleich langem Aufenthalt. Über das Schicksal ganzer Familien entscheidet also der Zufall des Wohnorts und der zuständigen Ausländerbehörde. „Wir wollen eine gesicherte Zukunft für die Betroffenen, keine Landeslotterien des Bleiberechts,“ so Günter Burkhardt.

Fünfzehn Monate nach Inkrafttreten der Bleiberechtsregelung sind noch immer zehntausend Anträge unbearbeitet. Es häufen sich zudem die Fälle hanebüchener Ablehnungen (s. Anlage). Alte, kranke, behinderte Menschen haben keine Chance.

gez. Bernd Mesovic

Referent

Veranstaltung zum Tag der Menschenrechte

Am 10. Dezember wird der Tag der Menschenrechte begangen. Er dient als Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der UN verabschiedet worden ist.

Unterschiedliche Menschenrechtsorganisationen nehmen diesen Tag jährlich zum Anlass, um die Menschenrechte weltweit kritisch zu betrachten und auf aktuelle Brennpunkte hinzuweisen.

Am 11.12.08 findet anlässlich des Tages der Menschenrechte eine Informationsveranstaltung zum Thema Asyl, Migration und Menschenrechte auf der Reitbahnstr. 84 in Chemnitz statt, veranstaltet vom Sächsischen Flüchtlingsrat und dem Verein zur Wiederbelebung kulturellen Brachlandes.

An diesem Tag wird in den Räumen der ReBa_84 die Ausstellung vom Kölner Netzwerk „kein mensch ist illegal“ eröffnet, die bis zum 21.12.08 zu besichtigen ist. Des weiteren gibt es einen Vortrag, mit anschließender Diskussion, zum Thema „Struktureller Rassismus“, der auf Missstände der deutschen Asylpolitik hinweist und die Situation von Asylbewerbern im Chemnitzer Raum beleuchten soll.

Ein weiterer Programmpunkt des Tages werden die Berichte der „Jugendlichen ohne Grenzen“ (JOG) sein, die schon seit Jahren für ein Bleiberecht in Deutschland kämpfen.

Die Reitbahn VoKü -politisch gepfeffert- wird sich in Zusammenarbeit mit Asylsuchenden um das leibliche Wohl der Besucher kümmern.

Nach dem gemeinsamen Abendessen wird es noch einen Dokumentarfilm zum Thema Abschiebung geben sowie live Musik von Jonny Freedom und Hoil Krampf aus Berlin. Die Veranstaltung ist eintrittsfrei, alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

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Sächsischer Flüchtlingsrat e.V.
Henriettenstr. 5
09112 Chemnitz
Tel.: 0371/903133
Handy: 0176/24648931
Fax: 0371/3552105


Flüchtlingsunterkünfte in Dresden & 2 Jahre Bleiberecht – eine Zwischenbilanz

Es ist ein neuer Wohnbericht dazugekommen:

http://www.gegen-ausgrenzung.de/a_heimfotos.php

Die aktuellen Versionen der Broschüre über die Zustände in Dresdener Flüchtlingswohnheimen:
geringe Auflösung:

http://www.gegen-ausgrenzung.de/bilder/heimfotos/druckversion_heime2.pdf

hohe Auflösung:

http://www.gegen-ausgrenzung.de/bilder/heimfotos/druckversion_heime.pdf

Aus den Medien:

Radiobeitrag auf Deutschlandfunk am 20.11.2008:
2 Jahre Bleiberecht – Eine Zwischenbilanz, hier anhören:

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2008/11/20/dlf_20081120_1840_f4cd23ae.mp3

Geld macht verdächtig

Das »Taschengeld« für Asylbewerber ist seit 15 Jahren nicht erhöht worden, ebenso lang wie das Gesetz existiert.
von Kai Schöneberg (jungle world)

40,90 Euro im Monat sind ein ordentliches ­Taschengeld – für einen Jugendlichen. Diesen Betrag erhalten erwachsene Flüchtlinge, die in Deutschland Asyl beantragen, für den »persönlichen Bedarf«. Der Betrag ist so krumm, weil er nicht geändert wurde, seit das Asylbewerber­leistungsgesetz vor genau 15 Jahren in Kraft trat – damals waren es 80 Mark im Monat. Von 1,36 Euro pro Tag müssen die Flüchtlinge also Bustickets, Telefongespräche, Anwälte oder auch Zigaretten zahlen.

Für die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl ist das Jubiläum des Asylbewerberleistungsgesetzes im November kein Grund zur Freude. Das Gesetz sei ein »Anschlag auf die Menschenwürde« und ein »rassistisches Sondergesetz« mit dem Ziel, potenzielle Asylsuchende abzuschrecken. Dass die Leistungen nicht erhöht worden sind, obwohl dies in dem Gesetz ausdrücklich vor­gesehen ist, hält Pro Asyl für »eine Art staatlich organisierten Leistungsbetrugs«.

Deutsche bekommen Arbeitslosengeld II, wenn sie länger als ein Jahr arbeitslos sind, Flücht­linge erhalten Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, weil sie zumeist nicht arbeiten dürfen. Die Erlaubnis dafür gibt es nur, wenn kein Inländer für eine Stelle verfügbar ist. In Berlin etwa erhalten nach Angaben des Flüchtlingsrats 99 Prozent der Betroffenen ­weder eine Ausbildungs- noch eine Arbeitserlaub­nis.

Auch Langzeitarbeitslose sind keineswegs üp­pig ausgestattet, erhalten aber immer noch deutlich mehr Sozialleistungen als Asylsuchende und viele Menschen mit Duldung. Essen, Kleidung, Artikel für die Körperpflege und Energie bekommen in Heimen lebende Flüchtlinge in Form von Sachleistungen. Wer in separaten Unterkünften wohnt, erhält häufig Gutscheine zum Einkaufen in speziellen Supermärkten, selten auch Bargeld. Hier liegt der ebenfalls seit 1993 unveränderte Satz bei 184 Euro im Monat. Zum Vergleich: Der Regelsatz für denselben Bedarf beträgt beim Arbeitslosengeld II 351 Euro.

Etwa 150 000 Menschen in Deutschland sind von dem Gesetz betroffen. Welche bösen Blüten es treiben kann, zeigt sich derzeit in Oldenburg. Dort kassiert die Polizei rigoros ab, wenn ein Flüchtling mehr als 50 Euro dabei hat. »Wir woll­ten in die Discothek, als sie uns kontrollierten«, sagt Mohammed Ali F. 230 Euro hatte der 29jäh­rige Libanese im Portemonnaie, weil in der Zentralen Aufnahme- und Ausländerbehörde (ZAAB) in Blankenburg bei Oldenburg nach ­seiner Beobachtung viel geklaut wird. 180 Euro behielt die Polizei ein. »Das Geld hatte ich mir bei Ein-Euro-Jobs mühsam und legal verdient«, klagt F. Er habe damit einen Deutschkurs bezahlen wollen. Nach einem Gespräch mit dem »Sozialdienst« im Lager bekam er das Geld nicht zurück. Vielmehr wurde es nun mit den »Taschengeld«-Zahlungen verrechnet. F. lebt seit Juli in Deutschland. Nun will der Ingenieur weg aus Oldenburg: »Die behandeln mich, als ob ich ein Tier wäre.«

»Wir handeln nach einem Amtshilfeersuchen der ZAAB aus dem Jahr 2006«, erklärt ein Polizei­sprecher. Die Flüchtlinge erhielten neben »freier Kost und einer Rundumversorgung« ihr »Ta­schen­geld« in Höhe von 40,90 Euro. Hat ein Flüchtling mehr Bares dabei, gehe die Polizei »davon aus, dass das nicht von dem Geld kommen kann, da hätte er ja monatelang sparen müssen«, sagt der Sprecher. Die Polizei handelt auf Grundlage des Asylbewerberleistungsgesetzes. Wie bei Hartz IV müssen auch bedürftige Flüchtlinge erst Einkommen und Vermögen verbrauchen, bevor sie Geld vom Staat erhalten. Eigenwillig ist die Oldenburger Interpretation dennoch. Geschenke und legal verdientes Geld können Flücht­lingen somit gehörige Unannehmlichkeiten bereiten.

Da bei höheren Summen ein »Anfangsverdacht auf eine Straftat oder auf illegale Beschäftigung« vorliege, müsse die Polizei das Geld »einsammeln«, sagt der Leiter der ZAAB, Christian Lüttgau, und verweist auf die Gesetzeslage. Es seien in Blankenburg auch schon Summen bis 5 000 Euro konfisziert worden. In der ZAAB müssten »die Betroffenen den Nachweis führen, dass sie das Geld nicht illegal erworben haben«, etwa durch Diebstahl, Dealen oder Schwarzarbeit, betont Lüttgau.

Von einer derart harschen Auslegung des Geset­zes hat Kai Weber vom niedersächsischen Flücht­lingsrat noch nicht gehört. Bargeld zu konfiszieren, sei eine »neue Qualität in der Verhöhnung von Menschen, die ohnehin nur von 70 Prozent der Sozialleistungen leben müssen«, empört sich Weber. Von »Entmündigung« spricht auch Reinhold Kühnrich vom Oldenburger Arbeitskreis Asyl. »Bislang haben wir den Leuten häufig einfach 200 Euro in die Hand gedrückt, damit sie ihren Deutschkurs bei der Volkshochschule zahlen können«, sagt er.

Der Oldenburger Polizei zufolge werden Flücht­linge nur in zwei so genannten Verbotszonen in der Stadt »verdachtsunabhängig« kontrolliert: nahe einer Schule und rund um die Fußgängerzone. In diesem Jahr habe man bereits fünfmal Geld von Flüchtlingen aus der ZAAB einbehalten, weil diese mehr als 50 Euro dabei hatten, bestätigt ein Polizeisprecher. Dabei habe es sich um Summen von 60 bis 180 Euro gehandelt.

Das Handeln der Oldenburger Polizei scheint einmalig in Deutschland zu sein. »Wir gehen doch nicht los und filzen Asylbewerber nach Bargeld«, sagt etwa ein Sprecher der Polizei in Braunschweig. Ein Amtshilfeersuchen des dortigen Flüchtlingslagers gebe es nicht.

Während Politiker der Union ihre rigide Asylpolitik mit dem »Abwandern in die Sozialsys­teme« rechtfertigen, sprechen die Zahlen eine andere Sprache. Die Bruttoausgaben für Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz lagen nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Jahr 2007 bei 1,03 Milliarden Euro – das ist der niedrigste Stand seit Beginn dieser Statistik. Doch die Bundesregierung hat zuletzt im April auf eine Anfrage der Linkspartei deutlich gemacht, dass sie eine Erhöhung des »Taschengelds« und weiterer Zuwendungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz nicht für nötig hält.

6. Fest der Kulturen in Freiberg

Am 22. November 2008 jährt sich das Fest der Kulturen zum sechsten Mal. Ein Stimmengewirr aus unterschiedlichen Sprachen, Musik aus vielen Ländern und der Duft exotischer Speisen charakterisieren schon einige Jahre diesen multikulturellen Höhepunkt in Freiberg, der unterstützt wird durch die Stadt Freiberg, den Landkreis Mittelsachsen und die TU Bergakademie Freiberg. Verantwortlich für dieses Fest sind Freiberger Vereine und Privatpersonen in ehrenamtlicher Tätigkeit mit Unterstützung von Institutionen. Hiermit laden wir Sie recht herzlich ein, mit uns am 22. November 2008 ab 15.00 Uhr in der Alten Mensa, Petersstraße 5, Freiberg zu feiern. Neben Grußworten von Vertretern des Landkreises Mittelsachsen, der Universitätsstadt Freiberg und der TU Bergakademie Freiberg werden Sie ein buntes interkulturelles Programm erleben, welches durch die Band „Iguana“ aus Mainz abgerundet wird. Wer von den Bürgern Mittelsachsens einen Teil zu diesem Fest beitragen möchte, sollte sich bitte bei dem Freiberger Agenda 21 Büro melden (Tel.: 03731/20 23 32). Es werden Kuchenspenden und Spenden anderer Speisen, sehr gern interkultureller Art, angenommen.
Beginn: 22.11.2008, 15:00 Uhr Ort: Alte Mensa Veranstalter: Freiberger Agenda 21 e.V.
Ansprechperson: René Otparlik, Tel.: 03731/392078 oder 03

Die NPD vor dem Superwahljahr 2009

Diskussionsveranstaltung – Die NPD vor dem Superwahljahr 2009

Samstag, den 22. November 2008, 19:30 Uhr; Pi-Haus, Freiberg, Beethovenstr. 5

anschließend ab etwa 22:00 Uhr: Party mit DJ Masso

Freiberger Interventionen/MOV(i)E IT! und Weiterdenken – Heinrich Böll Stiftung Sachsen laden zu einer Diskussionsveranstaltung zu den Folgen der NPD-Mitgliedschaft im sächsischen Landtag im Hinblick auf das Wahljahr 2009 ein.

Im September 2004 zog die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) mit 9,2 Prozent der Stimmen in den Landtag des Freistaates Sachsen ein. Zwölf Neonazis gewannen Sitze im Abgeordnetenhaus. Trotz innerer Querelen und Zerwürfnisse hat die NPD eine scheinbar gleichbleibende Zustimmung in der Wahlbevölkerung. Die meisten Umfragen bescheinigen ihr einen sicheren Wiedereinzug in den Landtag.

Im Rahmen der Veranstaltung wird ein Überblick über die Entwicklung der NPD in Sachsen gegeben. Dabei gehen die ReferentInnen insbesondere auf die Arbeit der NPD im sächsischen Landtag ein sowie deren Wirkung auf die öffentlichen Debatten in Sachsen. Zuletzt wird ein Blick auf das Wahljahr 2009, die Aussichten der NPD bei den Wahlen und den möglichen Umgang mit der NPD im Wahlkampf geworfen. Im Anschluss an die einführenden Referate gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.

Die Veranstaltung wird zugleich dazu dienen, die neue Broschüre „Die NPD im sächsischen Landtag. Analysen und Hintergründe 2008″ erstmals vorzustellen, die das Redaktionskollekiv NiP (Nazis in den Parlamenten), Weiterdenken – Heinrich Böll Stiftung Sachsen und die Heinrich Böll Stiftung (Bund) gemeinsam herausgeben.

ReferentInnen werden zwei AutorInnen des Redaktionskollektivs NiP sowie Achim Wesjohann, wissenschaftlicher Berater der Fraktion Bündnis90/Die Grünen im sächsischen Landtag und Stefan Schönfelder, Geschäftsführer von Weiterdenken sein.

NiP steht für „Nazis in den Parlamenten“ und ist ein freies Redaktionskollektiv. Begonnen hat das Projekt mit der Kommunalwahl in Sachsen im Jahr 2004. NiP Sachsen erweiterte sich nach dem Einzug der NPD in den Landtag im September 2004. Auf der Internetseite http://nip.systemli.org werden kritische Dokumentationen über die Aktivitäten von Nazis in sächsischen Parlamenten angeboten.

Wir weisen hiermit ausdrücklich auf die nachfolgende Beschränkung des TeilnehmerInnenkreises hin:

Ausgeschlossen von der Veranstaltung sind Personen, die rechtsextremen Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige Menschen verachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und diesen Personen den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser zu verweisen.

Freiberger Interventionen/MOV(i)E IT!

Neonazis demonstrieren eigentlich gegen sich selbst


www.sachsen-zeit.de

Döbeln: „Wenn sich Neonazis versuchen als Anwälte der Kinder darzustellen, ist das verlogen. Ihre Geschichte zeigt, dass sie am Samstag eigentlich gegen sich selbst demonstrieren“, erklärt Torsten Fischäder vom Netzwerk Döbeln mit Blick auf den für den 1. November geplanten Aufmarsch der Rechtsextremen unter dem Motto: „Härtere Strafen für Kinderschänder“.

Um diesen Widerspruch zu verdeutlichen hat das Bundnis für Döbeln ein eigenes Plakat entworfen. Die Plakate werden am Samstag als Zeichen des Protests gegen den Aufmarsch gezeigt. Das Bürgerbündnis möchte so auf die zurückliegenden Verbrechen der Nationalsozialisten hinweisen, die während ihrer Herrschaft Kinder rücksichtslos ermordeten oder in grausamen Experimenten missbrauchten. Stellvertretend für die über eine Millionen ermordeten Kinder werden auf dem Plakat vier Beispiele dargestellt.

Zeitgleich verweist das Bündnis gegen Rechts auf problematische Kinder- und Jugendarbeit rechtsextremer Vereine wie die Heimattreue Deutsche Jugend. Die vom Verfassungsschutz beobachtete HDJ hatte zuletzt am 9. Oktober 2008 für Negativschlagzeilen gesorgt: Bei einer bundesweiten Razzia wurden rund 100 Wohnungen von Mitgliedern und Sympathisanten der HDJ durchsucht. Das Bundesinnenministerium prüft derzeit ein Verbot. Die HDJ führte in den vergangenen Jahren sogenannte „Rasseschulungen“ und paramilitärische Zeltlager mit Kindern und Jugendlichen durch.

Widerstand gegen geplanten Neonazi-Aufmarsch in Döbeln

Döbeln. In Döbeln organisiert sich derzeit ein breites Aktionsbündnis gegen den für Samstag geplanten Aufmarsch von Neonazis. Rund 50 Vertreter von Parteien, Kirche und Vereinen sowie etliche Privatpersonen trafen sich am Montagabend im Frauenzentrum Regenbogen. Sie wollen die Stadt am 1. November nicht den Rechtsextremen überlassen.

Die Neonazis haben für diesen Tag unter dem Deckmantel „Initiative für Döbeln“ zu einer Demo für die Wiedereinführung der Todesstrafe aufgerufen. Doch tatsächlich geht es darum, neonazistisches Gedankengut und Ausländerfeindlichkeit zu verbreiten. Hinter der Initiative verbirgt sich die rechtsextreme Kameradschaft „Division Döbeln“.
Mit zahlreichen Aktionen will das Bündnis an diesem Samstag zeigen, dass Neonazis in der Stiefelstadt unerwünscht sind und für eine weltoffene Stadt werben. So soll es unter anderem um 12 Uhr eine Kundgebung auf dem Niedermarkt geben, zu der alle Döbelner aufgerufen sind. Bereits am Donnerstag gibt es zwischen 16 und 18 Uhr ein weiteres Vorbereitungstreffen im Frauenzentrum an der Zwingerstraße. Bei dieser Gelegenheit sollen Transparente gemalt werden.
(Quelle:www.sachsen-zeit.de)

Deutschland Schwarz Weiss

4. Dezember 19.30 Uhr Lesung “Deutschland Schwarz Weiss” mit Noah Sow im Café Courage Döbeln

Rassismus verletzt unsere ganze Gesellschaft, und bei genauem Hinsehen sind in jedem rassistischen System alle Menschen auf unterschiedliche Art betroffen. Tun Sie also nicht so, als sei das nicht Ihr Problem, und schieben Sie Rassismus nicht auf ein Machtspielchen zwischen Medien, Nazis und Schwarzen, denn das ist er nicht. Und denken Sie bitte auch nicht `Das wird schon´.“

Die Autorin Noah Sow liest aus ihrem Buch “Deutschland Schwarz Weiss” und lädt Sie ein zu einem Selbsterkenntnis- und Sensibilisierungsprogramm, das Ihnen einiges abverlangt, das Sie schockieren und verunsichern kann und bisweilen sogar wütend macht. Aber es lohnt sich. Nur wenn Sie die Augen nicht verschließen, können Sie einen aktiven Beitrag dazu leisten, dass menschenverachtende Ideologien in Deut- schland nie wieder mehrheitsfähig werden. (Eintritt 3,00 €)

www.noahsow.de www.deutschlandschwarzweiss.de